Fakten zu Corona

Daten, Fakten, Aufklärung

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Österreich: Der aktuelle Stand der Misere

CO2-Messung in einem Klassenzimmer einer Schule in Österreich, inklusive Grenzwerte und Auswirkungen – ab 2000ppm atmet man bereits 4% der Luft ein, die andere ausgeatmet haben – aus der Pressekonferenz am 15.12.23

Über Kinder und Jugendliche wird seit dem Ende aller Schutzmaßnahmn viel zu wenig gesprochen. Sie spielen für die Politik keine Rolle mehr und sie werden von den Medien konsequent ausgeblendet. Ein Lichtblick war die Pressekonferenz der IGÖ mit spannenden Daten und Fakten zur unzureichenden Frischluftzufuhr in Klassenzimmern, aber auch zu den vielen infektionsbedingten Krankenständen. In meiner letzten Kolumne im Coronawissenblog habe ich mich ausführlich den vergessenen Kindern gewidmet. Denn ein Großteil ist weiterhin ungeimpft, dafür mehrfach infiziert und das hat für einen wachsenden Teil an Betroffenen Spätfolgen. Es ist schlimm genug, dass nicht einmal eine Maskenpflicht im Gesundheitswesen angedacht ist – wohl aus Angst, das ohnehin knappe Personal würde dann davonlaufen, aber auch im Bildungswesen geschieht leider viel zu wenig, dabei hätte man mit CO2-Messungen und Luftfiltern einen effektiven Hebel, gegenzusteuern. Bei den Kinderkliniken ist die Situation bereits kritisch, was man aus den spärlichen Informationen herauslesen kann, ebenfalls in Deutschland.

Die sonstigen Aussichten sind betrüblich: Das Niveau von SARS-CoV2 in den Abwasserwerten ist weiterhin auf Rekordniveau, gleichzeitig gibt es steile Anstiege bei Influenza und RSV. Die Hospitalisierungen durch SARS-CoV2 steigen weiter an, auch in anderen Ländern und in mutmaßlichem Zusammenhang mit der Dominanz von JN.1. Die Risikokommunikation in Rundfunk und Fernsehen ist mehrheitlich (!) katastrophal, da verharmlosend, und. Die Regierung versagt in der Vorbildfunktion bei Benefizveranstaltungen und die Opposition pisst sich wegen der FPÖ ins Hemd. Keiner ist gewillt, ein Projekt zu starten, um sachlich und fundiert über gesellschaftliche Notwendigkeiten wie soziale Teilhabe, Recht auf Gesundheit und angemessene Versorgung im Krankheitsfall aufzuklären. Stattdessen nivellieren wir uns weiter nach unten, nehmen als Maßstab Länder oder Zeiträume, wo die Situation viel schlechter war, statt den status quo zu normalisieren.

Es ist ein langer, mühsamer Weg, um wieder zu mehr Lebensqualität zu finden, ohne dass alle Bereiche des Lebens direkt (eigene Erkrankung) oder indirekt (Krankenstände anderer) eingeschränkt sind. Derzeit bewegen wir uns nicht dorthin.

Die Virologin Isabella Eckerle (aktuelles Buch: Von Viren, Fledermäusen und Menschen) hat vor kurzem (auf Englisch) getweetet:

„Unpopuläre Meinung: Wir werden so schnell nicht zu einer vor-2020-Wintersaison zurückkehren, vielleicht nie. Wir haben nun ein zusätzliches Atemwegsvirus (SARS-CoV2), das gleichzeitig zirkuliert und zusätzliche Krankheitslast und Todesfälle verursacht. Es ist nicht saisonal und sorgt mit großer Häufigkeit für wiederholte Infektionen. Das ist das neue Normal.“

Virologin Isabella Eckerle (aktuelles Buch: Von Viren, Fledermäusen und Menschen) auf Twitter, 15.12.23
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Plädoyer für saubere Luft zum Atmen

Pressekonferenz zur Lufthygiene in Innenräumen von der IGÖ am 15.12.23 (inklusive Livestream)

Vorab eine Ankündigung für morgen, sich diese Pressekonferenz nicht entgehen zu lassen. Seit 2023 bin ich selbst Mitglied der IGÖ und engagiere mich in meinem Umfeld, auf Twitter sowie auf meinem Blog für mehr Bewusstsein für saubere Innenraumluft. Mit ersten CO2-Messungen habe ich schon Anfang 2021 begonnen, mit dem Aranet4 sammle ich jetzt schon schon länger Daten zur Luftgüte, um festzustellen, wie hoch das Infektionsrisiko ist. Die morgige Veranstaltung wird zeigen, dass die Luftqualität in den österreichischen Klassenzimmern teilweise katastrophal ist, mit gesundheitsheitsschädlichen Werten über mehrere Stunden hinweg. Hier besteht also akuter Handlungsbedarf. Ich messe schwerpunktmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Arztbesuchen, beim Einkaufen und am Arbeitsplatz und teile regelmäßig meine Daten. Hier sind die Ergebnisse zwiespältig, mit oft akzeptablen Werten in den U-Bahnen, aber schlechten Werten in Wartezimmern oder Untersuchungsräumen.

Regelmäßig lüften!“ lautet immer noch der übliche Ratschlag, meist gepaart mit einem Hinweis, „sich gründlich die Hände zu waschen.“ In der Realität schützt aber Handhygiene nicht vor Viren wie SARS-CoV2 oder Influenza, die über die Luft übertragen werden. Händewaschen ist dennoch sinnvoll, etwa gegen Magendarmviren oder generell Darmbakterien. Das Lüften erweist sich aber in vielen Fällen als wenig effizient, und das betrifft ausgerechnet die Jahreszeit, in der hohe Infektionswellen stattfinden – bei kalter Witterung wird weniger gelüftet. Das ist Fakt, da fährt die Eisenbahn drüber. Zu Beginn der Pandemie teilte ich noch euphorisch die Bilder aus New York, wo Schulkinder in der Zeit einer Tuberkulose-Epidemie vor über 100 Jahren im Freien unterrichtet wurden. Ok, so hartgesotten sind wir heutzutage nicht mehr, denn wir wissen um die Gefahren der gefährlichen „Zugluft“, erst Recht mit „nassen Haaren“. Langfristig sind moderne Lüftungsanlagen mit effizienter Frischluftzufuhr der Gamechanger, aber kurzfristig hilft neben dem häufigen Lüften nur der Einsatz von Luftreinigern, um Viren, Bakterien und Feinstaub aus der Luft zu entfernen, die wir in der kalten Jahreszeit die meiste Zeit des Tages einatmen.

Am Ende sind es gar wir selbst, die die wiederkehrenden Infektionswellen erzeugen – nicht nur durch unser Verhalten, sondern auch durch mangelnde Innenraumlufthygiene. Dieser Überzeugung ist jedenfalls die Archiktektin und Expertin für Raumluft Orla Hegarty aus Irland:

« Virus season » is just poor-indoor-air-quality-season, it’s a factor of how we use und operate buildings in cold weather – “Virus season” is entirely preventable.

Twitter, 09.12.23
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Public Health: Staatsversagen durch die ÖVP-Grüne-Koalition

Kontinuierlicher Anstieg der SARS-CoV2-Hospitalisierungen in allen Altersgruppen, am stärksten betroffen jene Gruppen, die durch Paxlovid und Auffrischimpfung eigentlich geschützt sein sollten, Datenquelle: SARI Dashboard, Beschriftung: Markus Madner, Lebensmitteltechnologe (zur Vergrößerung bitte anklicken)

Nach dem ersten strengen Lockdown, resultierendem Präventionsparadoxon und wachsender Kritik an der Regierung durch die Oppositionsparteien entschied sich die schwarzgrüne Koalition im Frühherbst 2020 zu einer Änderung im Epidemiegesetz:

(7) Die Bewertung … hat insbesondere anhand folgender Kriterien ….

3. Ressourcen und Kapazitäten im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der aktuellen Auslastung der vorhandenen Spitalskapazitäten sowie der aktuellen Belegung auf Normal- und Intensivstationen

Quelle: Bundesgesetzblatt, 25.09.20

Ein schwerwiegender Fehler, der bis heute dazu führt, erst dann zu handeln, wenn das Gebäude schon lichterloh brennt, statt proaktiv die Glutnester auszutreten.

„In Israel, managing the pandemic based on the capacity of the healthcare system was the one major mistake from which all else followed. Define a capacity and you will reach it, at record levels and high death toll.“

Eran Segal, Weizmann Institut (20.10.20)
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Weltweite Anstiege: JN.1 hat den Fitnesswettbewerb gewonnen

Nationales Abwassermonitoring in Österreich, Stand 07.11.23 (!)

Es ist gerade so leise, dass man nur das Blätterrauschen hört und die heiseren Krähen, die den ganzen Tag vor sich hinkrächzen. Die weitere Entwicklung der Pandemie verläuft bis heute nicht unerwartet. Das wissen alle, die regelmäßig meinen Blog lesen oder einschlägige ExpertInnen auf Twitter, Bluesky oder Mastodon, wo es auch weiterhin seriöse Infos zur Pandemie und ihre Folgewirkungen abzuholen gilt. Wir wissen schon länger, dass der Mutationsspielraum von SARS-CoV2 längst nicht ausgereizt ist und sich ständig neue Varianten entwickeln, meist in immungeschwächten Personen, deren Schutz vielfach aufgegeben wurde. Während der Flugverkehr auf Rekordkurs ist, der Tourismus über hohe Nächtigungszahlen jubelt und heuer offiziell Weihnachtsfeiern stattfinden, freut sich das Virus über die nette Einladung und hat sich bereits einen Platz reserviert.

Die vorzeitige Beendigung des Internationalen Gesundheitsnotstands durch die WHO war ein Fehler, der auf politischen Druck zustandekam. Das Gerede vom Ende der Pandemie wie dem allgemeinen Sprachgebrauch „nach der Coronakrise“ basierte nicht auf Fakten, sondern Wunschdenken. Jetzt stehen wir splitternackt vor dem Kaiser, der sich selbst entkleidet, damit seine Fehleinschätzung nicht so auffällt. Seit meinem letzten Beitrag vor zwei Wochen ist die Infektionslage ziemlich eskaliert. Corona hat abgehoben, Influenza und RSV starten gerade, gleichzeitig breitet sich das zuerst in China bekannt gewordene Bakterium Mycoplasma pneumonia auch in Europa in epidemischem Ausmaß aus (z.B. Dänemark). Es ist gut behandelbar, verursacht aber in 10% der Fälle Lungenentzündungen und spricht nur auf bestimmte Antibiotika an, die Inkubationszeit ist mit 2-4 Wochen lang. In Dänemark grassiert gleichzeitig auch eine Keuchhusten-Epidemie, was durch rechtzeitige Booster-Impfungen vermeidbar gewesen wäre. Es gibt unverändert einen akuten Medikamentenmangel, der sich angesichts der Infektionslage in den kommenden Monaten erneut zuspitzen dürfte.

Wie gehts jetzt weiter? Naja, es wird schiach. In Österreich haben sich erst 3,6 % der Bevölkerung mit dem angepassten XBB-Impfstoff impfen lassen, bei Influenza werden es am Ende wohl auch kaum über 15% sein. Problem: Impftermine sind bis Jahresende ausgebucht, es gibt kaum Möglichkeiten, sich gratis impfen zu lassen, das gilt für Corona und Influenza. Gleich ein Hinweis: Wer sich jetzt impfen lässt und sich wundert, dass im E-Impfpass der bivalente BA.5-Impfstoff steht – der wird nicht mehr verimpft, aber es schaffen offenbar nicht alle Ärzte, in ihrer Software auf XBB zu aktualisieren. Das ist dann formal falsch, aber keine Sorge, ihr habt den ‚richtigen‘ Stoff im Arm. Ab jetzt kann zudem auch der angepasste Novavax-Proteinimpfstoff verimpft werden, auf den viele gewartet haben, die mRNA-Impfstoffe wegen ausgeprägter Impfreaktionen nicht vertragen haben.

XBB.1.5 zirkuliert zwar auch immer weniger, aber noch erzeugen die angepassten Booster genügend Kreuzimmunität gegen BA.2.86-Varianten, um schwere Akutverläufe/Todesfälle weitgehend zu verhindern. Geht impfen!

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Ausgeträumt: Schwere Covid-Welle ist nicht mehr zu leugnen.

Verlauf der Pandemie in Österreich seit der Übernahme der Omicron-Untervarianten: Steiler Anstieg zuletzt, was sich mit den Daten aus den Sentinelpraxen und den anekdotischen Berichten von HausärztInnen deckt, die das höchste Infektionsgeschehen seit mindestens 1,5 Jahren registrieren.

Gebetsmühlenartig wurde über etliche Monate hinweg gepredigt, dass dem Gesundheitssystem nun keine Überlastung mehr drohen würde und die Meldepflicht daher guten Gewissens abgeschafft werden könnte. Die Pandemie sei vorbei, die „Coronakrise“ überstanden, das spatzen die Pfeifen bis heute von den Dächern. Ein Flughafen als internationale Drehkreuzscheibe ist eine ideale Infektionsdrehscheibe für hochansteckende und zudem mutationsfreudige Viren wie SARS-CoV2. Passagiere in vollen Zügen und Bussen, beim Boarding mit schlechter Innenraumluft, spätestens dann im Hotel, mit Frühstücksbuffet und gemeinsamen Essen – so passieren Ansteckungen. Umso anachronistischer ist es, während bereits redensartlich das Gebäude im Vollbrand steht, statt mit den Löschungsarbeiten zu beginnen, nebenan noch eine Löschübung abzuhalten.

„Die letzte große Übung war 2016. Es war wichtig, wieder einmal ein Szenario durchzuüben, weil wir auch wissen, dass ansteckende Krankheiten immer wieder von Passagieren in Flugzeugen mittransportiert werden“

NÖ-Gesundheitslandesrätin ulrike königsberger-ludwig, 16.11.23

Es ist so absurd. Es werden täglich ansteckende Krankheiten von Passagieren in Flugzeugen mittransportiert. Das ist Fakt, da gibt es keine „andere Meinung“. Wir sehen auch die Auswirkungen: Unterrichtsausfall, Personalausfall in vielen Betrieben, Lieferausfälle, ausgedünnte Fahrpläne der Verkehrsbetriebe, gesperrte Stationen in den Spitälern, heillos überlastete niedergelassene Ärzte, die wiederholt auf ihre Assistenten verzichten müssen. Die neue Normalität? Ich kann mich damit nicht anfreunden. Kranksein ist scheiße – und nein, Lungenfacharzt Lamprecht aus Oberösterreich liegt falsch: „viel Händewaschen“ schützt Zero gegen Infektionskrankheiten, die über die Luft übertragen werden. Es sind auch bei einfachen Erkältungen, Grippe und anderen Atemwegserkrankungen (z.B. Tuberkulose) die kleinsten Aerosole, die inhaliert werden (Chen et al. 2020).

Ein Überblick über die aktuelle Lage:

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Faktencheck: Pandemierevisionismus-Alarm beim FALTER

Entwicklung der Viruslast in Österreich seit der BA.1-Welle Anfang 2022: Seit Ende der Meldepflicht steigt die Viruslast im Abwasser wieder und spiegelt damit das zunehmende Infektionsgeschehen wieder, das mit neuen Virusvarianten (v.a. EG.5.1 und BA.2.86) einhergeht. Mit Anfang November 2023 wurde trotz des rekordwarmen Herbstbeginns bereits das Niveau der beiden BA.5-Wellen 2022 bzw. der ersten Winterwelle 2022/2023 erreicht. Die eigentliche „kalte“ Jahreszeit beginnt erst.

Zur aktuellen Infektionslage von SARS-CoV2 würde mir viel einfallen. Von gesperrten Stationsbetten in den Spitälern der Bundesländer über gravierende Engpässe durch Krankenstände im öffentlichen Verkehr bis hin zu Unterrichtsausfällen in den Schulen durch erkrankte Lehrer. Wegen einem „Schnupfen“ bleibt niemand zuhause. Die Sentineldaten zeigen, dass die Influenzagrippewelle noch nicht angelaufen ist. Hingegen ist laut Virologieprofessorin Judith Aberle in Kalenderwoche 44 fast jeder zweite derzeit gemeldete Infekt eine SARS-CoV2-Infektion, was sich mit den Schilderungen zahlreicher Hausärzte deckt, die in ihren Praxen weiterhin testen.

Die WHO hat am 5. Mai 2023 das Ende des Internationalen Gesundheitsnotstands ausgerufen, nicht aber das Ende der Pandemie. Das kann sie auch gar nicht. Das Ende der Pandemie definiert sich aus der Entwicklung der weltweiten Infektionszahlen (Übersicht), die bisher aber noch kein Pandemieende erkennen lassen, denn neue Varianten breiten sich weiterhin weltweit innerhalb weniger Wochen und Monate aus und treiben neue Infektionswellen an. Sollten wir dennoch von einem „endemischen Zustand“ sprechen, so tun wir das mit einer inakzeptabel hohen Grundinfektionsrate, die wiederholt zu messbaren Einschränkungen der Öffentlichen Gesundheit und am Arbeitsmarkt führt. LongCOVID/MECFS werden zwar hin und wieder in den Medien erwähnt, nie aber in Zusammenhang mit der dringend notwendigen Prävention, nämlich weitere Fälle zu verhindern, um die ohnehin völlig überlasteten wenigen Anlaufstellen nicht weiter zu belasten.

Wer zum jetzigen Zeitpunkt die Pandemie aufarbeiten will, kann das nicht tun, ohne auf die Gegenwart einzugehen. Die Realität ist: Ob wir das nun Pandemie oder Endemie nennen – die Gefahren von SARS-CoV2 sind weiterhin real, denn die Impfquoten in Österreich sind so miserabel, dass selbst auf Bevölkerungsebene kein signifikanter Schutz vor großen Infektionswellen gegeben ist, geschweige denn ein „Herdenschutz“ für den vulnerablen Personenkreis. Masken sind politisch so desavouiert worden, dass Spitäler zu Seuchenhäusern geworden sind. Saubere Luft in Innenräumen, vor allem in den Schulen und Kindergärten, scheitert daran, dass sich hartnäckig die Immunschuld-Lüge hält – dass man sich gefährlichen Erregern aussetzen müsse, um sein Immunsystem zu stärken.

Schon vor 170 Jahren gab es „Choleraleugner“, die sich lieber angesteckt haben als „gegen ihren Willen“ sauberes Trinkwasser zu trinken. Zum Glück haben sie sich damals nicht durchgesetzt und die Kindersterblichkeit ist durch diese und weitere Maßnahmen in den Folgejahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die 1832 erbaute Cholerakapelle im Helenental bei Baden erinnert an eine schwere Choleraepidemie 1830 und 1831. In Wien wurde als Folge mit dem Bau der ersten Hochquellwasserleitung 1869 begonnen, um die Stadtbevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Warum erzähle ich Euch das? Um darzulegen, an welchem Punkt wir angelangt sind – dass uns erzählt wird, wir müssten regelmäßig krank sein, um gesund zu bleiben, dass wir es für normal halten, mit schwerem Husten im Wartezimmer andere Patienten zu gefährden, dass auf den Stationen für Frühgeburten keine Masken mehr getragen werden, obwohl Säuglinge Infektionen praktisch nichts entgegensetzen können, dass es Eltern einfach so hinnehmen, wenn ihre Kinder regelmäßig den Unterricht verpassen, weil die Lehrer oder sie selbst krank sind, und in der Folge auch die Eltern krank werden. Wir können uns nicht einmal darauf einigen, CO2-Messgeräte in den Klassenräumen zuzulassen, um die Luftqualität zu bestimmen – denn Schuldirektoren bzw. das Bildungsministerium fürchten negative Publicity und den finanziellen Aufwand für Gegenmaßnahmen.

Wer sich jetzt selbstkritisch mit der eigenen Rolle in der Pandemie auseinandersetzen will, wie der FALTER-Chefredakteur Florian Klenk heute angekündigt hat, kommt nicht umhin, den Umgang mit der Gegenwart in den Fokus zu rücken. Wie ich dem Ankündigungstext entnehmen kann, wird das nicht passieren:

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Richtigstellung: Es ist eine SARS-CoV2-, keine Grippewelle!

Stand im Abwassermonitoring Österreich, 3-7 Tage alte Werte: Nach kurzem Plateau steiler Anstieg in Wien, Peak in Salzburg nach dem Oktoberfest in München, deutlicher Anstieg im Burgenland. Insgesamt bewegen sich die Werte bereits auf rund 2/3 des Peaks vom vergangenen Winter 22/23.

Aus aktuellem Anlass wieder einmal ein Update zur Coronalage. Verschiedene Medien titeln zur Zeit, dass wir eine Grippewelle haben – angefangen von den Linzer Verkehrsbetrieben mit eingeschränktem Fahrplan über verschobene Operationen im Landeskrankenhaus Villach bis zu gut gemeinten Hinweisen des Österreichischen Gewerkschaftsbunds. Sie alle behaupten, dass wir uns derzeit in einer Grippewelle befinden. Stimmt das?

Der Wiener Gesundheitsdienst (MA15) erhält einmal pro Woche Daten von Sentinella-Ärzten, die die Zahl von grippalen Infekten und Grippe-Neuerkrankungen an den Grippemeldedienst melden. Die Daten werden hochgerechnet und ergeben die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen.

Die Grafik zeigt entgegen des Titels NICHT die Zahl der Grippefälle, sondern es werden grippale Infekte und Influenza zusammengefasst. Wir starten diese Saison auf deutlich erhöhtem Niveau im Vergleich zu den letzten Jahren.

Die genaue Aufteilung zeigen die Daten aus dem Sentinelsystem (Quelle: Judith Aberle, Virologie Wien):

Sie zeigen bei einer Probenzahl von n = 170 (Tendenz steigend) für die Kalenderwoche 41 vor allem Rhinoviren (29%) und SARS-CoV2 (26%), in geringer Anzahl auch Enteroviren (2%, „Sommergrippe“), Parainfluenzaviren (1%) und ein RSV-Fall im Burgenland. Influenza wurde in keiner der Proben nachgewiesen!

Stationäre Aufnahmen mit schweren Atemwegsinfekten und Covid19 im SARI-Dashboard

Die mehrere Wochen alten SARI-Daten zeigen einen geringen Anteil von Influenzafällen (0,3%) an allen stationären Aufnahmen in Österreich. Influenza kann auch reiseassoziiert sein und erkrankte Personen ohne Umweg über den Hausarzt direkt im Spital aufgenommen werden.

In Summe ist festzuhalten, dass derzeit so wenig echte Grippefälle zirkulieren, dass wir NICHT von einer Grippewelle sprechen können!

Der Elefant im Raum ist wieder einmal das unaussprechliche Virus: SARS-CoV2

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Johannes Rauch: Der grüne Gesundheitsminister, der Public Health zu Grabe trug

Eine der wesentlichen Lügen von Gesundheitsminister Rauch, der u.a. behauptete, durch die Corona-Maßnahmen wäre es zu steigenden Suizidraten gekommen. Tatsächlich war die Zahl der Suizide in den ersten beiden Pandemiejahren (2022 gab es keine Lockdowns mehr) durchgehend rückläufig. Rauch begründete mit dieser Lüge seine Weigerung, erneut Maßnahmen gegen steigende Infektionszahlen zu setzen.

Offiziell ist die SARS-CoV2-Pandemie noch nicht beendet worden. Die WHO erklärte am 5. Mai 2023 auf wachsenden Druck durch ihre Mitgliedsländer den internationalen Gesundheitsnotstand (PHEIC) für beendet, verwies aber im gleichen Statement darauf, dass die globale Gesundheitsbedrohung durch SARS-CoV2 weiterhin vorhanden sei. Es handelte sich um eine politische Entscheidung, nicht um eine wissenschaftlich-medizinische. Nachdem Österreich bereits aufgrund eines Zeitungs-Interviews mit Virologe Christian Drosten zum Jahresende 2022 die Pandemie für beendet erklärte, nahm man die WHO-Erklärung zum Anlass, dies nun im Namen der WHO zu tun – eine nie korrigierte Irreführung der Öffentlichkeit.

Der erste Gesundheitsminister der Pandemie, Rudolf Anschober, hatte es nicht leicht. Die Vorgängerregierung unter schwarzblau hatte den Bereich Öffentliche Gesundheit ziemlich gestutzt, es fehlte an Personal, aber auch an Beratern, die dieser Mammut-Aufgabe gewachsen waren. Anschober machte gleich zu Beginn schwere Fehler. Weder gab er das Sozialministerium ab, noch berief er den Obersten Sanitätsrat ein, der noch ein ganzes Jahr unbesetzt blieb. Das Frühwarnsystem oblag der AGES, vertreten durch Public-Health-Leiter Franz Allerberger und dessen späterem Nachfolger, Bernhard Benka. Von Allerberger wurde die Pandemie von Beginn an heruntergespielt und der Schwedische Weg der Durchseuchung forciert. Zum Glück hörte Ex-Bundeskanzler Kurz damals noch auf Virologe Drosten und ging einen strengen Weg mit dem ersten Lockdown, der auch die Schließung von Kindergärten und Schulen vorsah – die effektivste Maßnahme, wie das Complex Science Hub Vienna später zeigen sollte. Das Präventionsparadoxon schlug mit voller Härte zu, die Pandemie wurde im Sommer 2020 für überstanden erklärt und die Ernüchterung im Herbst 2020 war groß, als die Infektionszahlen wieder stiegen. Die AGES-Vertreter, vor allem Allerberger und Epidemiologin Daniela Schmid, die auch Sprecherin der Corona-Kommission war, drängten auf Durchseuchung und verschleierten mit ihrem Contact Tracing die treibende Rolle der Schulen während der zweiten Welle („ungeklärte Haushaltscluster“). Der zweite Lockdown war unausweichlich, kam aber zu spät. Die Spitäler kollabierten bis hin zur Triage-Anwendung. Anschober erkannte erst spät seinen schwerwiegenden Irrtum, als er im Dezember 2020 mit Spitalspersonal sprach und aus erster Hand erfuhr, was der Zusammenbruch des Gesundheitswesens bedeutete. Danach übernahm Anschober die Initiative und mahnte die Länder in der aufwallenden ALPHA-Welle zu strengeren Maßnahmen – denn Gesundheit war und ist nach wie vor Länderkompetenz, selbst in einer Pandemie. Für Wien, Niederösterreich und das Burgenland verhandelte er ohne Absprache mit Kurz den sogenannten „Ost-Lockdown“ über Ostern, die anderen Länder zogen nicht mit. Auch Kurz fiel Anschober in den Rücken und intrigierte gegen ihn, als er bereits wegen Überlastung im Spital lag.

Anschobers Nachfolger, der Hausarzt Wolfgang Mückstein, äußerte sich vor Amtsantritt in Talksendungen noch vernünftig, drehte sich aber nach dem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit um 180 Grad.

Ich werde unpopuläre Entscheidungen treffen, weil ich mich als
Gesundheitsminister und Arzt dazu verpflichtet sehe
.“ (Pressekonferenz, 13.04.2021)

Fortan übernahm er ausschließlich das Narrativ, erst zu handeln, wenn das Gesundheitssystem überlastet worden wäre, also vor allem volle Intensivbetten. Jüngere Kinder wurden von Test- und Maskenpflicht ausgenommen, obwohl längst wissenschaftlich belegt war, dass sie Teil des Infektionsgeschehens waren. Spät in der DELTA-Welle wurde schließlich die Impfung für 5-11jährige zugelassen, dabei wurde in einer Pressekonferenz mit Mückstein erstmals auch das LongCOVID-Risiko für Kinder und Jugendliche erwähnt. Mückstein war kein gelernter Politiker und tat sich sichtlich schwer, seine Botschaften glaubwürdig zu vertreten. Seine Impfkampagne ging ins Leere – der Lockdown für Ungeimpfte war überdies noch unwissenschaftlich, denn auch Geimpfte konnten die DELTA-Variante übertragen. Aus internen Dokumenten der Opposition ging hervor, dass Mückstein der ÖVP ein Dorn im Auge war und abgesägt werden sollte. Die ÖVP drängte auf eine raschere Aufhebung der Masken- und Testpflicht, maßgeblich auf Druck der Wirtschaft (v.a. Handel). Anfang März unterzeichnete Mückstein noch das neue Covid-Maßnahmengesetz, das weitreichende Öffnungen ab 05. März 2022 vorsah – trotz der enorm hohen Infektionszahlen in Zusammenhang mit der BA.1/BA.2-Welle. Zuvor kündigte Mückstein seinen Rücktritt an. Offizielle Begründung waren Drohungen gegen ihn und seine Familie durch militante Coronaleugner. Das war aber nur ein Teil der Begründung, wie sich bald zeigen sollte. Am 03. März 2022 wurde bekannt, dass der damalige Vorarlberger Landesrat für die Grünen, Johannes Rauch, die Nachfolge von Mückstein antreten sollte.

In diesem Beitrag möchte ich mich der Frage widmen, weshalb der erfahrene Berufspolitiker Rauch seine Haltung zur Pandemie mit Amtsantritt änderte, was seine wesentlichen Verfehlungen in den letzten anderthalb Jahren waren und welche schwerwiegenden Konsequenzen dies für die Öffentliche Gesundheit und die Gesellschaft hat.

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Das ist so absurd!

Mein Verständnis von Gesundheitsversorgung war bisher, dass ich zu einem Arzt gehe, um gesund zu werden. Das bedeutet: Ich bin krank und setze alles daran, meinen Gesundheitszustand zu verbessern. Niemand ist gerne krank. Kranksein ist scheiße!

Erstversorgung eines Spitals in Wien. Keiner trägt Masken. Hustende Patienten nicht. Ein ca. 80jähriges Ehepaar ist auch dort. Kein Schutz. Ich sitze dort als einziger mit der FFP3-Maske. Ohne Symptome.

Schließlich das Gespräch mit dem diensthabenden Arzt auf der Chirurgie.

„Haben Sie einen Infekt?“
„Nein.“
„Warum tragen Sie die Maske?“
„Um mich zu schützen.“


Der Arzt ist – aufgrund von Personalmangel – alleine, und freut sich über eine Schwester, die aus ihrem Urlaub zurückgekommen ist, um eine lange Schicht zu machen, und den Kollegen auszuhelfen.

„Müssen Sie die Maske immer tragen?“
„Nein. Nur in Innenräumen. Ich hatte noch kein Covid, hatte vor kurzem die siebte Impfung.“
„Die wievielte??“


Wenn mir nicht meine Gesundheit wichtiger gewesen wäre, hätte ich IHN gefragt, warum er keine Maske trägt. Er hätte nur mal aufs Abwassermonitoring und SARI-Dashboard schauen müssen, oder sich fragen, warum er die Schicht alleine stemmen muss. Warum muss man sich in einem Krankenhaus dafür rechtfertigen, dass man sich nicht infizieren will? Man möchte schließlich nicht noch kränker werden, wenn das Immunsystem bereits beschäftigt ist.

Hausarztbesuch. Die Hausärztin hat die Ordination übernommen, als der ehemalige Hausarzt coronabedingt verspätet in Pension gegangen ist. Sie ist fachlich wirklich sehr gut, empathisch, veranlasst die nötigen Untersuchungen und hält den Druck fern vom Arbeitgeber. Impfwillig, immer Masken in der Praxis. Als angekündigt wurde, Covid19 in die „Regelversorgung“ verschwinden zu lassen, wiederholte sie die irreführenden Aussagen von Gesundheitsminister Rauch:

„SARS-CoV2 wird ein ganz normales Erkältungsvirus werden.“ beschwörte sie mich, sagte aber, selbst wenn die Maskenpflicht fällt, würde sie die Maske weiter tragen. Ich hab damals mehrfach hohe Kohlendioxidwerte in der Praxis gemessen. Es gibt keine Luftfilter und die Fenster werden nur kurz geöffnet.

Erster Besuch nach Abschaffung aller Maßnahmen. Der maskenlose Sprechstundengehilfe ist heute alleine, weil die Kollegin sich zwei Tage vorher krank gemeldet hab. Der Kollege ist sichtlich im Stress und reagiert schon etwas patzig am Telefon. Beim Hin- und Hergehen zwischen Ordination und Praxiszimmer schnauft er, später schneuzt er sich und zieht die Nase hoch. Hinter seiner Plexiglasscheibe bittet er eine ankommende Patientin, die sagt, sie hätte Halsweh und Husten, darum, sich eine Maske aufzusetzen. Die Ordination hält Masken bereit – aus irgendeinem anti-wissenschaftlichen Grund sind es OP-Masken. Dann empfängt mich meine Hausärztin – ebenfalls ohne Maske. Wenigstens sagt sie nichts. Die CO2-Werte peaken im Arztzimmer – immerhin, beim letzten Mal waren sie doppelt so hoch, aber das war auch am Ende der Ordinationszeit, dieses Mal war ich gleich zu Beginn da.

CO2-Werte in der Arztpraxis, Apotheke und Supermarkt, maximal fünf Personen im Warteraum


Ich versteh es nicht – warum muss ich meine ohnehin angeschlagene Gesundheit im Krankenhaus und bei der Hausärztin vor symptomatischen MitarbeiterInnen schützen? Kann mir das wer rational erklären? Ich hätte abermals contra geben können (hab ich schon mal, aber erntete nur Futility Bias), sie auf den Offenen Ärztebrief an die Ärztekammer hinweisen können, aber abermals ist mir meine akute Gesundheitsabklärung wichtiger gewesen.

Zum Glück gehöre ich zu jenen Menschen, die zu 100% der Wissenschaft vertrauen und daher auch qualitativ hochwertigen FFP3-Masken. Ich fühle mich geschützt, solang ich die Maske tragen kann. Aber die kognitive Dissonanz der Mitmenschen macht mich fertig.

„Masken wirken sehr gut, wenn man sie trägt.“ (Prof. Kathyrn Hoffmann, ars boni 447)

Update:

Labor zur Blutabnahme. Keine Masken. Eine von zwei Mitarbeiterinnen der Ordination hat Symptome. Immerhin keine blöden Fragen.

Labor für Ultraschall. Großes Ärztezentrum. Vereinzelt Masken bei Patienten, aber nicht Mitarbeitern.

Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Übersterblichkeit auch in der BA.2, den beiden BA.5-Wellen und im Dezember 2022 (Influenza), Quelle: Mortality Monitoring

In seinem ersten Bluesky-Posting wagt es Gesundheitsminister Rauch zu schreiben:

„Gezielte Falschinformation hat ein unvorstellbares Ausmaß erreicht.“ (16.10.23)

Wer behauptet denn schon seit Monaten, dass die WHO die Pandemie beendet habe? Dass man Corona wie die Grippe behandeln können würde? Dass die Impfung vor LongCOVID schützen würde? Dass Schulen nie geschlossen hätten werden dürfen wegen steigender Suizidzahlen in den Lockdowns und aktuelle Daten beweisen das Gegenteil? Dass man nicht dazu sagt, was passiert wäre, wenn man die Schulen nie geschlossen hätte? Wer hat sich denn seit Amtsantritt vor allem dafür eingesetzt, die Masken schnell abzuschaffen, deren Wiedereinführung mit steigenden Zahlen angekündigt und dann behauptet, er dürfe vom Gesetz her nicht – erst wenn die Intensivstationen kollabieren? Wer redet von Normalität, während die LongCOVID-Ambulanz überlastet sind?

„In so einer lebensbedrohlichen Situation, wo sich alles auf das eigene
Überleben verengt, hast du null Verständnis für alles, was außerhalb stattfindet.
Trotzdem kann ich die Maßnahmenplanung nicht ausschließlich daran ausrichten,
was für die am meisten gefährdete Gruppe gerade notwendig ist. Ich bin schon jemand, der darauf schaut, auch Vorsicht walten zu lassen. Aber Gesundheit in
meiner Welt ist nicht nur die Abwesenheit von Covid.
“ (Ex-Darmkrebspatient Rauch, der heute Krebspatienten den notwendigen Schutz und Teilhabe in der Gesellschaft verwehrt, STANDARD 10.03.22).

Wissenschaftsfeindlichkeit ist in Österreich salonfähig – nicht zuletzt auch befeuert von Regierungen, die die Wissenschaft lächerlich gemacht haben.“

sagte Rauch am 25.03.22 im STANDARD, nicht über seine eigenen „Eieruhr“-Grünen.

Wenn wir zehn, vierzehn Tage lang deutlich steigende Infektionszahlen haben,
wird es ernst. Dann würden wir schrittweise die Maske wieder einführen.
“ (30.05.22)

Dennoch wolle er zumindest diese Woche keine neuen Maßnahmen verhängen, „weil wir in den Spitälern keine dramatische Veränderung feststellen““ (22.06.22)

Wenn wir uns einer Situation nähern, die dann eine in
Richtung Überlastung des Gesundheitssystems geht, dann bin ich natürlich
verpflichtet auch zu reagieren.
“ (24.06.22)

Inzwischen ist mein Maßstab das Personal.“ (26.06.22)

Sozialminister Rauch schloss eine Wiedereinführung der Maskenpflicht
derzeit dezidiert aus. Dazu werde es erst kommen, wenn die Situation in den
Krankenhäusern „eskaliert, bedrohlich wird, ein Notstand eintritt
“ (04.10.22)

Die Verfassung gebietet, dass ein Eingriff in die persönliche Freiheit eines
Menschen nur dann gerechtfertigt ist, wenn wir Gefahr laufen das Spitalssystem
zu überlasten
.“ (09.11.22)

Ich schließe das nicht aus, dass die Masken jemals wiederkommen. Also, wenn wir
in Situationen geraten und das gebietet auch sozusagen die Gesetzeslage, dass
wir da viel schwierige Varianten bekommen, die deutlich ansteckender, deutlich
auch krankheitsverursachender sind, dann werden wir darauf reagieren. Das ist
auch abgebildet in einem Managementplan, den wir haben, wo verschiedene
Szenarien abgebildet sind
.“ (23.11.22)

Brillante Strategie: Erst Torpfosten verschieben (PLURV-Methode), dann auf den Managementplan verweisen, in dem die Szenarien so definiert werden, dass Maskenpflicht de facto nie mehr eingeführt werden kann.

Eine Wiedereinführung der allgemeinen Maskenpflicht – auch die Corona-
Fallzahlen steigen wieder – ist jedoch nicht in Sicht. „Die heben wir uns
tatsächlich auf, für ja, schlimmere Situationen.
“ (Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, 29.11.22)

Es folgte hohe Übersterblichkeit durch eine Influenzawelle, die man mit Einführung einer Maskenpflicht und sauberer Luft in Innenräumen deutlich hätte begrenzen können.

Rauch auf Bluesky: „Geblockt wurde, wer mich der vorsätzlichen Tötung, der Euthanasie oder ähnlicher Monströsitäten bezichtigt hat. That‘s it.“

Die Monströsität seiner Amtsführung seit Antritt im März 2022 spricht für sich, und die verheerenden Folgen für die Gesellschaft, allen voran den Kindern, die er durch ein Weglassen von Schutzmaßnahmen zu schützen behauptete.

Maskenparadoxon

Filter-Effizienz bei verschiedenen Aerosol-Größen von FFP2-Masken (N95), einfachen OP-Masken (Prodecure mask), Stoffmasken, Halstuch 1- und 2-lagig (gaiter), Gesichtsvisier (Face Shield), Quelle: Lindsley et al. 2020

Ich bin es längst Leid geworden, es in Worte zu fassen, wie sehr mich der gesellschaftlich Konsens gewordene Egoismus ankotzt. Wenn Appelle, sich solidarisch zu verhalten, nicht nur ignoriert werden, sondern als „Meinung“ gelten. Wenn es nurmehr darum geht, eine Mehrheitsmeinung zu vertreten, unabhängig von den Fakten, und sich nicht am schwächsten Glied zu orientieren. Dagegen ist kein Kraut mehr gewachsen. Fakten sind sinnlos geworden. Es zählt nurmehr das, was für einen persönlich den geringsten Aufwand bedeutet, sein Verhalten zu ändern, bestenfalls nämlich gar nicht.

Mittlerweile ist auch zum ORF vorgedrungen, dass Schutzmaßnahmen wie Sozialkontakte reduzieren und Maskenpflicht einen Influenza-Stamm zum Aussterben gebracht haben – bekannt ist das schon seit letztem Jahr (Dhanasekaran et al. 2022). Selbstverständlich helfen die Schutzmaßnahmen gegen Covid19 auch gegen andere Viren (und Bakterien), die schwere Infekte auslösen können – bis hin zur Todesfolge, auch bei Kindern. Es ist längst nicht von Gott vorgegeben, sich mehrmals jährlich anzustecken, bei Familien hauptsächlich durch die Infektionsbrutstätte Kindergarten und Volksschule.

Es ist längst nicht schicksalshaft, sich immer vor dem Urlaub anzustecken, sodass man den Urlaub stornieren oder krank verbringt, und dabei noch anderen Urlaubern ihre ersehnte Erholung vermiest, weil man sich mit Husten und Schnupfen in den Frühstücksraum setzt. Krank zuhause zu bleiben, zumindest aber Menschenansammlungen zu meiden, Maske zu tragen, das hätte man als Lehre mitnehmen können.

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