LongCOVID ist eine Erkrankung mit 1000 Gesichtern (eigene Grafik, kein Anspruch auf Vollständigkeit)

In der Übersicht hat die Grafik bereits gezeigt, welche Organe nach einer Covid19-Infektion betroffen sein können. Es gibt mittlerweile hunderte, eher tausende Studien, die entsprechende Schäden untermauern. Ich werde hier das präsentieren, was ich bisher dazu gesammelt habe – nach dem Schema Prävalenz (Follow-Up-Studien) – Übersichtsarbeit (Systematic Reviews) und einzelne Studien. Fachliteratur, die nirgends hineinpasst, wird dann am Ende aufgeführt. Für Kinder und Jugendliche plane ich vorerst einen separaten Bereich.

Zur Struktur noch ein Wort: Ich hab auf coronawissen.com jahrelang Literatur gesammelt, was sehr sehr aufwendig ist. Die bis einschließlich 20. August 2023 gesammelte Fachliteratur ist in der Download-Sektion weiterhin als Liste verfügbar, wird aber nicht mehr aktualisiert oder berichtigt, ausgenommen in jenen Kapiteln, wo ich noch Listen pflege (z.B. Therapie, Biomarker oder Symptom-Cluster).

Covid19 ist eine multisystemische Erkrankung

Risikofaktoren, biologische Mechanismen und Folgeerkrankung nach einer SARS-CoV2-Infektion, aus Perumal et al. (2023)

Übersichtsarbeit: Parotto et al. (2023)

Multi-Organ-Beteiligung wurde bei Menschen ohne Grunderkrankungen beobacht (Dennis et al. 2020), sowie nach milden Verläufen (Petersen et al. 2022). Eine erste Übersichtsarbeit berichtete von mehr als 50 Langzeitauswirkungen (Lopez-Leon et al. 2021). Nach schweren Verläufen kommt es auch nach durchschnittlich fünf Monaten zu signifikanten Abnormalitäten bei mehreren Organen (C-MORE/PHOSP-COVID Collaborative Group 09/2023).

Übersicht über die beteiligten Organe – aus Li et al. 11/2023

Es treten inzwischen rund 200 Symptome in 10 Organsystemen auf, über 66 Symptome können nach 7 Monaten noch beobachtet werden, Herzerkrankungen neben bereits nach Erstinfektion zu, selbst bei Dreifachgeimpften steigt nach erneuter Infektion das LongCOVID-Risiko (Davis et al. 2021), nicht nur die Lunge ist betroffen (Nalbandian et al. 2021, Al-Aly et al. 2021). Die Lebensqualität verschlechtert sich (Logue et al. 2021) und die größte Krankheitslast trifft Kinder und Frauen (Smith 2021). Frauen haben sogar ein doppelt so hohes Risiko (Thompson et al. 2022). Die Ergebnisse werden im wesentlichen durch eine große Meta-Analyse mit über 13 Mio. Individuen bestätigt, wovon 79% nicht im Krankenhaus waren. (Luo et al. 2023)

Etwa ein Viertel aller älteren Post-Covid-Patienten erhält durch die Infektion eine neue Grunderkrankung (Bull-Otterson et al. 2022). Die Altersgruppe im produktivsten Alter, was Erwerbsfähigkeit betrifft (36-50 Jahre) hat das höchste Risiko (FAIR White Paper, 2022).

Nach Zhang et al. (2022) gibt es vier Symptom-Cluster:

  • 1. Herz-, Nieren- und Kreislauf-Symptome. (34%)
  • 2. Atem- und Schlafprobleme, Angstzustände, Kopf- und Brustschmerzen (33%)
  • 3. Muskel-, Skelett- und Nervensymptome. (23%)
  • 4. kombinierte Verdauungs- und Atemsymptome. (10%)

Die Forschung zu genetischen Risiken für bestimmte LongCOVID-Symptome steht erst am Anfang (Das and Kumar 2023).

„PASC patients presenting to an academic Post-COVID-19 clinic experienced numerous multisystem symptoms and functional impairment, independent of the initial COVID-19 disease severity.“ (Aziz et al. 2023)

aus „Post-Covid-Ambulanz: Bereits mehr als 500 Patienten in Mainz“ (09.01.24)

Herz

“COVID survivors should be monitored for at least a year after recovering from the acute illness to diagnose cardiovascular complications of the infection, which form part of LongCOVID”The European Society of Cardiology (19.01.23)

Übersichtsarbeiten:

Einzelstudien:

Lunge

Magen-Darm

Niere und Blase

Schilddrüse

Bauchspeicheldrüse

Übersichtsarbeiten:

Einzelstudien:

Fortpflanzung

Gehirn (kognitiv, Demenz, etc.)

Prävalenz:

Übersichten:

Studien:

Geruchs- und Geschmackssinn

Persönlichkeitsveränderungen

Ähnlich wie bei Tollwut könnte es auch bei SARS-CoV2 einen Prozess namens Toxoplasmose geben, der zu Verhaltensänderungen nach der Infektion führt (Barton et al. 2020, Stefano et al. 2021 und Massey 2021), d.h., jene mit leichtem Verlauf werden risikofreudiger und schützen sich weniger vor einer weiteren Infektion.

Ich würde damit aber nicht die kollektive Verleugnung in der Bevölkerung erklären, denn da handelt es sich um gezielte Desinformation, um ein politisch unbeliebtes Thema aus der Welt zu schaffen oder ideologisch zu besetzen.

Nervensystem und Muskeln

Prävalenz:

  • Bereits im November 2020 hatte mehr als die Hälfte der Studienteilnehmerinnen anhaltende Fatigue-Symptome über 10 Wochen lang (Townsend et al. 2020), auch nach einem Jahr hatten zahlreiche Patienten noch diese Beschwerden (Tran et al. 2022), auch sensomotorische Probleme (Ali et al. 2022)
  • Nach einem Jahr haben etwa 7% neurologische Beschwerden (Xiu et al. 2022)

Übersichtsarbeiten:

Studien:

Gefäße

Übersichtsarbeiten:

Einzelstudien:

Augen

Stimme

Haut

Knochen (österreichisch: „Gstö“)