Eine Rückschau auf die Pandemie wird es von mir nicht geben, weil – Stand – 26. Jänner 2024 – die Pandemie noch nicht vorbei ist.

Was aber sehr wohl betrachtet werden kann, ist die Entwicklung der Pandemiepolitik und ihre gesellschaftlichen Folgen der letzten Jahre, die zum status quo geführt haben.

Viele Aussagen und Entscheidungen in dieser Chronik behandle ich an anderer Stelle weiter, etwa die bewusste Durchseuchung der Kinder durch offene Schulen und ohne Eile für schnelle Durchimpfung, um schneller Herdenimmunität durch Infektionen zu erreichen, das Ignorieren der Übertragung durch die Luft, um die Verantwortung auf den Einzelnen abzuschieben oder die Desinformation zur Vulnerabilität gegenüber schweren Verläufen und LongCOVID, damit die erwerbsfähigen Altersgruppen möglichst rasch unbehelligt von Maßnahmen werden, damit die Wirtschaft, Tourismus und Konsum weiter brummen können, auch die Entwicklung der Impfstoffe und ihr Missbrauch als „vaccine-only“-Strategie zum Pandemieende mit der Brechstange habe ich in epischer Länge betrachtet, ebenso die systematische Vertuschung des Ausmaßes der Pandemie, um besonders rechte Wählerstimmen nicht zu verlieren, denn Länder- und Nationalratswahlen waren ab der zweiten Welle ein Schlüsselfaktor, weswegen dringende Maßnahmen verzögert oder nur halbherzig umgesetzt wurden.

Alles ist aber letztendlich miteinander verzahnt, sehr komplex mit mehreren Playern, angefangen vom Seilbahnkönig über Lobbyverbände bis hin zu Landesregierungen, Wahltermine, rechte und esoterische Ideologien, Interessen von Gewerkschaften und Kammern, aber auch bloßer Inkompetenz.

Was man aber schon sagen kann, und auch muss, als Gegenposition zum allgemeinen Pandemierevisionismus:

  1. Es war kein Fehler, die Schulen zu schließen (Notbetreuung war immer möglich).
  2. Auch der zweite, dritte und vierte Lockdown waren notwendig, wenngleich verhinderbar, wenn man die Zeit genutzt hätte, Pandemiemaßnahmen auszubauen.
  3. Masken wurden nicht zu lange getragen, sondern wurden zu früh wieder aufgegeben.
  4. Die verpflichtende Impfung wäre das kleinere Übel gegenüber einer Durchseuchung gewesen, speziell mit besseren Impfstoffen.*

* Ich verstehe die Vorbehalte gegenüber einer Impfpflicht und habe frühzeitig die Bedenken von all jenen nachvollziehen können, die mit den bisherigen Impfstoffen persönliche Nachteile – gerade bei Frauen kam es häufiger zu hormonell bedingten stärkeren Impfreaktionen, in seltenen Fällen LongCOVD-ähnlichen Spätfolgen. Bei von LongCOVID oder MECFS Betroffenen kam es in einzelnen Fällen zu einer Verschlechterung.

Natürlich wäre es gesamtgesellschaftlich besser, man würde über Information und Aufklärung eine hohe Durchimpfungsrate erreichen. In Österreich ist dafür europaweit fast am meisten Nachholbedarf gegeben. Eine Impfpflicht hätte auch auf das Gesundheits- und Bildungswesen beschränkt werden können. Es hätten Ausnahmen definiert werden können für schwerkranke Personen mit geschwächtem Immunsystem, wo z.B. nur pflegende Angehörige vorrangig geimpft werden. Es hätte der Bevölkerung bzw. dem behandelnden Arzt überlassen werden können, mit welchem Impfstoff jemand geimpft wird, vor allem bei bekannter Unverträglichkeit mit einem speziellen Impfstoff. Die Impfpflicht hätte ausgesetzt werden können, aber nicht völlig abgeschafft, wenn im Fall eines nasalen Impfstoffs eine deutliche Eindämmung der Viruszirkulation absehbar sein würde.

Es ist wichtig, dass wir uns vergegenwärtigen: Wir haben bei den Schutzmaßnahmen nicht übertrieben, sondern wir hätten viel mehr tun können und müssen. Leider gab es die letzten zwei Jahre nie auch nur den entferntesten Gedanken daran, dass wir gescheitert sind. Stattdessen gibt es nur falsche Dichotomien über offene und geschlossene Schulen, über totalitäre Lockdowns versus epidemiologische Maßnahmen wie Maske tragen oder Kontaktnachverfoglgung.

Ich erinnere mich an eine Aussage von Raina MacIntyre, dass SARS-CoV2 niemals endemisch werden würde. Es verbreitet sich dafür zu schnell und dank des internationalen Reiseverkehrs, das sich wieder auf den Höhen vor der Pandemie bewegt, auch in beiden Hemisphären der Erde. Die epidemische bzw. pandemische Natur des Virus wird durch abnehmende Immunität und neue Varianten bestimmt. Die Übertragung geschieht jetzt vor allem durch rücksichtsloses Verhalten. SARS-CoV2 ist nicht saisonal.